Heißer Asphalt

Die Temperatur erreichte heute beim Training 29°C im Schatten. Der Asphalt hatte sich da bereits aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung auf 48°C aufgeheizt.

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Bei partieller Wärmeeinwirkung tritt eine Hautschädigung zwischen 45 °C und 51 °C innerhalb von Minuten und zwischen 51 °C und 70 °C innerhalb von Sekunden ein. ( A. Moritz, F.C. Henriques, 1947,“Studies of Thermal Injury“, The American Journal of Pathology )

Zwar haben Hunde eine schützende Hornhaut an den Pfoten weshalb die Ergebnisse aus der genannten Studie nicht voll übertragbar sind. Man kann aber davon ausgehen, dass ein Hund, der beim Start mehrere Minuten auf heißem Asphalt wartet, sich bei diesen Temperaturen bereits im Grenzbereich zu einer Verbrennung an den Pfoten befindet. Ein paar Grad mehr (und die sind schnell erreicht) und selbst ein Gehen auf Asphalt birgt die Gefahr von Verbrennungen. Dabei ist zu beachten, dass eine Verbrennung ersten Grades zwar nur Hautrötungen und Schmerzen verursacht, aufgrund einer Zerstörung der Epidermis. Diese ist jedoch auf Pfoten nicht bemerkbar und vollständig reversibel. Blasen entstehen erst bei Verbrennungen zweiten Grades. Da der Hund ein reduziertes Schmerz Empfinden hat und Schmerzen oft auch erst sehr spät nach außen zeigt, ist daher besondere Vorsicht geboten, die Gefahr einer Verbrennung ersten Grades nicht zu übersehen.

Pfotenschutz und barfüßige Selbstversuche sind nicht hilfreich

Vielfach wird darauf verwiesen, dass die flache Hand auf dem Asphalt bereits ein hinreichender Indikator für noch zumutbare Asphalttemperaturen sei. Zur Sicherheit könne man ja auch einen Pfotenschützer zur Hilfe nehmen, wie man sie für Schlittenhunde im Winter kennt. Dabei wird oft übersehen, dass nicht nur die Pfoten auf dem heißen Asphalt leiden. Die noch viel empfindlichere Nase kommt oft sehr nahe an den Asphalt. Das gilt gerade für Hunde wie unseren Bloodhound, der selbst bei sehr hohen Temperaturen extrem dicht am Boden arbeitet. Oft haben wir uns noch vor Jahren in unserer Anfangszeit bei unserem Bloodhound über die wunden Lippen unter der Nase gewundert. Heute wissen, dass dies auch durch den heißen Asphalt verursacht werden kann. Antje Reinecke verweist zu Recht auf das Mikroklima in Bodennähe, das auch im Buch „K9 Professional Tracking: A Complete Manual for Theory and Training“ von Resi Gerritsen und Ruud Haak beschrieben wird. (siehe unten)

Wir haben daher heute die Hunde ausschließlich im Schatte und auf den Wiesen arbeiten lassen und nur kurze Strecken auf Asphalt.

Quelle: Amazon.de

Quelle: Amazon.de

Man kann für ca. 20 EUR mit einem praktischen Infrarot Laser Thermometer die Asphalttemperatur messen und so auf Nummer sicher gehen. Ein solches Gerät ist auch praktisch, wenn man mal eben die Innentemperatur des Autos überprüfen will.

resized002Wer zudem seinem Hund eine angenehme Kühlung während der Arbeit verschaffen will, dem können wir die „Easidri Cooling Coats„empfehlen. Diese werden zuvor in Wasser getränkt und dem Hund unter das Geschirr gebunden. Das verdunstende Wasser produziert einen angenehmen Abkühlungseffekt, der dem Hund die Arbeit bei Hitze sehr erleichtert. Ein zuverlässiger Schutz vor einem Hitzschlag ist das aber keinesfalls.

2016-05-22 11.58.10Und zu guter Letzt: Die Aluminet. Sie ist eine Matte, die man als Schutz vor der Sonneneinstrahlung über das Auto werfen kann und damit einen vergleichbaren Effekt erzielt, wie bei einem im Schatten parkenden Auto. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Überhitzung im Auto sind dennoch in jedem Fall zu treffen: Ausreichende Belüftung des Fahrzeugs durch offene Fenster und Kofferraum; ausreichend Wasser für den Hund in der Box und eine regelmäßige Kontrolle der Temperatur im Auto und in der Box.

Interessant zu diesem Thema auch der Artikel von Antje Reinecke: Mantrailing im Sommer – Risiken & Nebenwirkungen